Kulturhighlights 2018



Der Jugend eine Stimme geben – Neue Wege der Entwicklungshilfe

Dr. Auma Obama stellt ihre Stiftung Sauti Kuu vor

© Elle Pouchet

"Es reicht nicht, benachteiligten Menschen zu helfen, indem man ihnen nur Geld gibt. Genauso wichtig ist es, ihnen einen Raum zu schaffen, in dem sie sich frei entfalten können." Diese Überzeugung war es, die Dr. Auma Obama 2010 veranlasste, die Stiftung „Sauti Kuu – Starke Stimmen“ für Kinder und Jugendliche in Kenia ins Leben zu rufen. Ziel der Stiftung ist es, Kinder und Jugendliche in ihrem selbstständigen Handeln zu unterstützen, damit sie ihr eigenes Leben gestalten können und nicht Opfer ihres sozialen Systems oder ihrer Umwelt werden. Gleichzeitig motiviert die Stiftung junge Menschen, sich auch für andere stark zu machen.

Auma Obama lebt in Deutschland, England und Kenia und hat erst vor zweieinhalb Monaten mit ihrem Bruder dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama ein Sport- und Ausbildungszentrum in Kenia eröffnet – eines der zukunftsträchtigen Projekte von Sauti Kuu. Wir freuen uns auf Dr. Auma Obama und Ihren Vortrag über den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsentwicklung, Aus- und Weiterbildung und nachhaltiges ökonomisches Wachstum.

1968 als Mythos, Chiffre und Zäsur

Vortrag von Wolfgang Kraushaar

© Valeska Achenbach

In der Erinnerungskultur der Bundesrepublik spielt „1968" inzwischen die Rolle eines Ursprungsmythos und wird von manchen gar als eine Art gesellschaftspolitische Nachgründung der Republik angesehen; die Jubiläen sind zu einem Rückspiegel geworden – sie haben den Status eines Gradmessers bekommen, mit dem das Selbstverständnis der Republik überprüft werden kann.

Wolfgang Kraushaar, Politikwissenschaftler und Chronist der 68er Bewegung, widmet sich in seinem Vortrag der damaligen Protestbewegung und ihrer sozialen, politischen und kulturellen Bedeutung. Dabei kann Kraushaar auf eigene Erfahrungen dieses großen gesellschaftlichen Experiments zurückgreifen. Geboren 1948, war er 1972 Mitbegründer der Sozialistischen Hochschulinitiative und 1974/75 Vorsitzender des AStA in Frankfurt. In seinen Forschungen beschäftigt sich Kraushaar vor allem mit der Untersuchung von Protestbewegungen in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR von 1949 bis 1990. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen u.a. „1968, Mythos, Chiffre, Zäsur“, „Achtundsechzig. Eine Bilanz“, „Frankfurter Schule und Studentenbewegung“ oder „Die RAF und der linke Terrorismus“.

The Man for the 60‘s – John F. Kennedys tausend Tage

Vortrag von Andreas Etges

© pixabay.com
Augustinum Kulturhighlights 2018 Kennedy

Im Präsidentschaftswahlkampf trat John F. Kennedy als „Man for the 60's“ an. Doch inwieweit prägte er die 1960er Jahre tatsächlich? Mit Kennedys Amtsantritt im Januar 1961 verbanden sich große Hoffnungen. Andreas Etges zieht in seinem Vortrag eine kritische Bilanz von Kennedys Amtszeit, die in einer Hochzeit des Kalten Krieges von schweren außenpolitischen Krisen geprägt war. Zugleich musste Kennedy eine Antwort auf die immer drängendere Frage nach den Bürgerrechten für schwarze Amerikaner geben. Seine Ermordung nach tausend Tagen Präsidentschaft im November 1963 verstärkte den Kennedy-Mythos, der bis heute mit fast ungebrochener internationaler Faszination anhält. 

Dr. Andreas Etges ist Historiker am Amerika-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er hat eine Kennedy-Biographie veröffentlicht, größere Ausstellungen zu Kennedy kuratiert und war Berater für mehrere Fernsehdokumentationen. 

 

Agenda 007

Kabarett-Gastspiel der Leipziger Pfeffermühle

© Maximilian Zwiener

Agenda 007! Der Traum der Stasi ist gesamtdeutsche Wirklichkeit: kein öffentliches WC ohne Kamera, kein privater PC ohne Staatstrojaner. Das Handy hört mit, das Auto sendet die Position und der Fernseher schaut uns ins Schlafzimmer. Das greift bis ins Privatleben: Wir lesen heimlich die E-Mails des Partners, orten die Handys unserer Kinder und checken per WhatsApp, ob sie unter der Bettdecke noch online sind. Die geheimen Dienste sind allmächtig, doch sie agieren im Verborgenen.

Franziska Schneider, Matthias Avemarg und Michael Rousavy bringen mit beißendem Spott, ansteckender Musikalität und einer Prise Investigativität endlich Licht ins geheimdienstliche Dunkel. Freuen Sie sich auf einen nachhaltigen Lachmuskelkater bei gleichzeitigem Erkenntnisgewinn.

 

 

Die 60er-Jahre-Revue

Konzert mit dem Trio Viviparie

© Lianhuheng Dai
Augustinum Kultur Viviparie

Valerie Koning: Gesang
Marian Henze: Gesang
Nikolai Juretzka: Klavier

Die 60er Jahre waren eine aufregende Zeit: Der Mensch eroberte den Weltraum, die Berliner Mauer wurde gebaut, die Röcke wurden kürzer, die Haare länger, die Beatles prägten mit ihren Hits den Soundtrack einer ganzen Generation und in Deutschland erfreute sich jeder, vom Kind bis zur Großmama, an der Stimme von Heintje.

Valerie Koning, Marian Henze und Nikolai Juretzka, bekannt aus dem „Traumschiff“, unternehmen mit Ihnen eine nostalgische Reise in die 60er Jahre. Beste musikalische Unterhaltung ist mit Schlagern von „Ich will keine Schokolade“ bis „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ garantiert!

Der Kontrabass

Solo-Theater mit Hajo Mans

© Andreas Bücksteeg

Der erfolgreiche Schriftsteller und Drehbuchautor Patrick Süskind, berühmt geworden mit dem Roman "Das Parfüm", hat mit "Der Kontrabass" ein weltweit erfolgreiches Theaterstück für einen spielwütigen Schauspieler komponiert. Wir erleben den tristen Nachmittag eines Mannes, allein in seinem schallisolierten Zimmer mit ein paar Bier und einem Kontrabass. Die Komödie des biederen Orchesterbeamten entpuppt sich im Verlauf eines unterhaltsam sarkastischen Vortrags über die völlig unterschätzte Bedeutung des Instrumentes als der Blues eines zu kurz Gekommenen. Der Schauspieler Hajo Mans führt das Dilemma, in dem der Kontrabassist steckt, eindringlich, traurig, aber dann auch wieder zum Lachen komisch vor Augen.

 



John le Carré: Der Spion, der aus der Kälte kam

Lesung mit Henning Westphal

© pixabay.com

Der Bau der Berliner Mauer ab dem 13. August 1961 war nicht nur eine Zementierung der festgefahrenen Positionen im Kalten Krieg zwischen Ost und West, sondern zugleich auch unübersehbares Symbol der Demarkationslinie zwischen Nato und Warschauer Pakt. Die politischen, aber auch persönlichen Brüche und Verwerfungen verarbeitete John le Carré zu einer der „besten Spionagegeschichten überhaupt“, wie die „New York Times“ den 1964 erschienenen Roman nannte.

Der britische Agent Alec Leamas ist für Ostdeutschland zuständig. Undercover wechselt er die Seiten, um seine Informanten zu schützen. Zu spät erkennt er, dass er Spielball einer Intrige geworden ist. Als die Frau, die er liebt, in Gefahr gerät, nimmt die Entwicklung einen ganz anderen Verlauf … Über das Ende breitet sich zunächst einmal eine Mauer des Schweigens – bis zur Auflösung im Rahmen der Lesung mit dem renommierten Sprecher Henning Westphal.

Musik zur Ehre Gottes

Die Bach-Edition des Bayerischen Rundfunks im Augustinum

© Bayerischer Rundfunk
Augustinum Kulturhighlights 2018 - Musik zur Ehre Gottes

„Soli Deo Gloria“ – „Allein Gott zur Ehre“, so unterzeichnete Johann Sebastian Bach seine Kompositionen. Johannes-Passion, Matthäus-Passion, Weihnachtsoratorium und die Messe in h-Moll: Der Chor des Bayerischen Rundfunks hat unter der Leitung von Peter Dijkstra und den beiden renommierten Ensembles für Alte Musik Concerto Köln und Akademie für Alte Musik Berlin die vier Hauptwerke von Johann Sebastian Bach auf DVD aufgenommen.

Was diese Konzertfilme so sehenswert macht, ist ihre je eigene sensible Inszenierung und das herausragende künstlerische Niveau aller Beteiligten: die hervorragenden Vokalsolisten, der immer wieder in höchsten Tönen gelobte „glasklare Klang“ und die „ungeheure Plastizität“ des Chors des Bayerischen Rundfunks und natürlich die beiden Originalklang-Ensembles.

Unerhört!?

Danielle Chlupka über den Umgang mit Schwerhörigkeit und Möglichkeiten der Hörtechnik

© Christian Topp

Fast jeder fünfte Deutsche über 14 Jahre hört schlecht. Ab dem 65. Lebensjahr sind ca. 50% der Männer und 33% der Frauen von Schwerhörigkeit betroffen. Die meisten merken es zu spät, denn der späte Hörverlust verläuft meist schleichend. Oft merken es die Partner, Eltern und Kinder, Freunde und Kollegen eher als die Betroffenen, dass bei ihnen nicht mehr alles ankommt. Irgendwann wird das Verstehen zur Schwerstarbeit.

Das muss nicht sein, weiß Danielle Chlupka aus eigener Erfahrung. Die Hörgeschädigten-Pädagogin aus dem SchulCentrum Augustinum ist selber seit ihrem 3. Lebensjahr zu 50% hörgeschädigt. Sie referiert über Ursachen und Auswirkungen von Hörschädigungen, Möglichkeiten der Hörtechnik sowie über gelungene Hör- und Kommunikationsstrategien für ein aktives und autarkes soziales Leben.

Zukünftige Ballettstars tanzen im Augustinum

Das Bundesjugendballett von John Neumeier

Nijinsky Gala 2017 BJB © Kiran West

Das Bundesjugendballett wurde im September 2011 von John Neumeier gegründet. Es ist beheimatet am Ballettzentrum Hamburg und fördert ein Ensemble aus acht internationalen Tanztalenten zwischen 18 und 23 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung für jeweils maximal zwei Jahre. Die Tänzerinnen und Tänzer sind offen für andere Tanzformen und verstehen sich als Vermittler zwischen Jugendkultur, Hochkultur und Bevölkerung, denn ihr erstes Ziel ist es, Menschen für das Ballett zu begeistern. Hierfür erfindet die Compagnie als kleines Ensemble ohne feste Spielstätte den Tanz stetig neu - an Orten, die fernab von jeder herkömmlichen Ballettgeographie liegen.