Hohe Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit: die Grippeschutzimpfung

2. Oktober 2012

Im Herbst ist es Zeit, an die Grippeschutzimpfung zu denken. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für alle Personen über 60 Jahre. (Foto: Dieter Schütz/pixelio.de)

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – mit dem feuchten und kalten Herbstwetter kommt es leicht zu einer Erkältung oder aber auch zu einer echten Grippe, der Influenza. Grundsätzlich muss man zwischen einem sogenannten grippalen Infekt und der Influenza unterscheiden. Beide werden durch Viren ausgelöst, allerdings handelt es sich um ganz unterschiedliche Erreger.

Und während ein grippaler Infekt zwar unangenehm, aber in seinem Verlauf weitgehend harmlos ist, handelt es sich bei der Grippe um eine Erkrankung, die besonders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem einen schweren Verlauf nehmen kann und die man nur begrenzt behandeln kann, wenn sie einmal ausgebrochen ist.

Der Grund dafür ist, so Dr. Matthias Nischwitz, Arzt auf der Intensivstation der Klinik Augustinum München, „dass nur in einem kurzen Zeitfenster zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch mit den uns derzeit zur Verfügung stehenden Medikamenten eine gezielte und wirksame Therapie gegen das Influnza-Virus eingeleitet werden kann. In der Praxis gelingt dies jedoch eher selten, so dass dann lediglich die auftretenden Symptome, nicht aber das ursächliche Virus behandelt werden können.

Daher ist die Impfung so wichtig, damit das Virus möglichst gar keine Infektion auslösen kann.“ Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie für alle Menschen, die das 60. Lebensjahr überschritten haben, und für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, etwa der Atmungsorgane, bei Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten und Diabetes.  Die Grippeimpfung sollte im Spätsommer oder Frühherbst erfolgen, und sie muss jährlich erneuert werden.

Das liegt zum einen an der begrenzten Dauer des Impfschutzes, zum anderen daran, dass der Impfstoff ständig den sich verändernden Viren angepasst wird und sich damit in seiner Zusammensetzung regelmäßig ändert. So richtet sich der derzeitige Impfstoff auch gegen die Erreger der sogenannten Schweinegrippe, die im Winter 2009/2010 eine Pandemie hervorrief.

Das Risiko der Grippeimpfung ist, wie Matthias Nischwitz erklärt, äußerst gering, da es sich nicht um eine Lebendimpfung handelt, sondern nur Oberfächenbestandteile der Viren im Impfstoff enthalten sind, die keine Krankheiten verursachen können. Nebenwirkungen können leichte Lokalreaktionen oder Allgemeinsymptome wie bei einer Erkältung sein, die aber in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder abklingen.

Dennoch sollten Sie bei einer Impfung gesund sein, da das Immunsystem durch die Impfung ja angeregt und nicht zusätzlich belastet werden soll. Bei Allergien oder chronischen Erkrankungen kann der Haus- bzw. Facharzt individuell beraten.

Ein grippaler Infekt lässt sich auch durch die Grippeimpfung nicht vermeiden, da dieser ja durch ganz andere Viren ausgelöst wird als die Influenza. Vor einer echten Grippe aber bietet die Impfung einen guten Schutz, und das bei minimalem Risiko.