Fernöstlich inspieriert: Chi Gong Gruppe im Augustinum Killesberg

10. September 2012

Ursula und Wolfgang Kramer, Bewohner des Augustinum Stuttgart-Killesberg, sind die Initiatoren der beliebten Chi-Gong-Gruppen im Haus. Wohltuende Übungen bringen Seele und Körper in Einklang.

Harmonische Klänge von Klangschalen erfüllen den Raum. Die Gruppe wird ruhig und beginnt konzentriert mit Atem- und Bewegungsübungen. Eine Jahrtausende alte chinesische Tradition wird lebendig, wenn sich im Augustinum am Stuttgarter Killesberg die Chi Gong Gruppe unter Leitung von Dr. Jochen Tödtmann trifft. Seit einem guten Jahr übt der Heilpraktiker mit Bewohnern die aus der chinesischen Philosophie und Medizin stammenden Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsformen.

Initiatoren und regelmäßige Teilnehmer der Gruppe sind Ursula und Wolfgang Kramer, die seit gut zwei Jahren im Wohnstift leben. Schon vor ihrem Einzug wollte Ursula Kramer zusammen mit ihrem Mann etwas finden, um den Körper in Bewegung zu halten: „Wir wollten etwas Neues kennenlernen und meldeten uns bei einem Chi Gong Kurs an. Schon bald merkten wir, dass die sanften Chi Gong-Übungen uns gut taten.

An der Volkshochschule haben wir Dr. Tödtmann kennengelernt, der dort den Chi Gong-Kurs leitete und uns später auch noch in seine Tai Chi-Gruppe aufnahm.“ Als sie vor zwei Jahren ins Augustinum zogen, wollten Ursula und Wolfgang Kramer ihren Sport nicht missen. Und so begannen sie, den Weg für eine Chi Gong-Gruppe im Wohnstift anzubahnen: „Wir haben im Haus gefragt, wer Interesse an einem solchen Kurs hätte. Als wir merkten, dass viele davon begeistert waren, haben wir mit Dr. Tödtmann Kontakt aufgenommen und ihn gefragt, ob er Zeit und Lust hätte, hier einen Kurs zu geben. Und er hat zugestimmt.“

Im hauseigenen Veranstaltungsmagazin „Die Woche“ machten sie die Bewohner des Augustinum aufmerksam auf den zunächst einmal in der Woche stattfindenden Kurs. Die Resonanz war enorm. „Mittlerweile finden drei Kurse die Woche statt mit durchschnittlich sieben bis zehn Teilnehmern“, erzählt die Initiatorin und ergänzt: Viele sind von Anfang an bei jedem Kurs dabeigeblieben.“

Warum sich Chi Gong im Augustinum auf dem Killesberg einer so großen Beliebtheit erfreut, lässt sich leicht erklären. So sagt Ursula Kramer: „Im Gegensatz zu manchen Sportarten kann man Chi Gong bis ins hohe Alter machen.“ Sicherlich haben auch die innere Ruhe und der Einklang von Seele und Körper, den das Chi Gong erreichen will, viel zu der großen Resonanz der Gruppe beigetragen.

Die aus der Zeit vor etwa 2.500 Jahren erstmals überlieferten Übungen des Chi Gong wurden in China sowohl für religiös-geistige Zwecke als auch zur Gesundheitsfürsorge eingesetzt. So schrieb der Arzt Hua To in seinem „Spiel der fünf Tiere“ um 200 n. Chr.: „… darum übten die Weisen der Vorzeit die Kunst des Atmens. Sie streckten ihre Lenden und Gliedmaßen und bewegten die Muskeln des Unterbauchs. Auf diese Weise suchten sie das Altern aufzuhalten.“

Heute versucht man, die Wirksamkeit des Chi Gong auch wissenschaftlich zu erforschen, was bisher jedoch nur in der Sprache der chinesischen Medizin möglich ist. Aber auch ohne eine Erklärung nach westlicher Denkart ist die wohltuende Wirkung der Übungen für die Teilnehmer der Chi Gong-Gruppe im Augustinum spürbar. Sie freuen sich jedes Mal aufs Neue, mit Bewegung, Konzentration und gezielter Atmung alles, was im Alltag beschwert, für eine Stunde zu vergessen und sich mit neuer Kraft für den Tag bereit zu machen.