Ein neues Zuhause: ein Jahr Augustinum Wohnheim in Hollern

24. Juli 2019

Vor einem Jahr wurde die Wohnstätte Hollern für Menschen mit Behinderung auf dem Gelände der Gärtnerei in Unterschleißheim eröffnet

Ein Jahr ist es her, dass das Augustinum gleich zwei Ereignisse auf einmal beging: Die Gärtnerei Hollern, in der Menschen mit Behinderung arbeiten, feierte ihr 40-jähriges Bestehen. Und das Augustinum eröffnete die bisher größte Wohnstätte des Unternehmens für Menschen mit Behinderung. Seitdem hat sich einiges auf dem Gelände im Münchner Norden getan: „Die Bewohnerinnen und Bewohner haben sich inzwischen gut eingelebt und fühlen sich wohl hier“, erzählt Alexandra Kircher, Einrichtungsleiterin. „Das musste sich auch erst finden, wir hatten ja auch einige neue Mitarbeiter. Es braucht einfach Zeit, bis sich eine gewisse Routine einspielt.“ 


Wohnen im Grünen

40 Bewohnerinnen und Bewohner leben nun in sechs Wohngruppen in dem luftigen Neubau. „Manchmal ist der Alltag natürlich eine Herausforderung, aber es funktioniert trotzdem alles gut“, sagt Kircher. „Wir wollen, dass sich die Bewohner wohl fühlen und wir möchten ihren Bedürfnissen gerecht werden.“ 

Dafür eignet sich vor allem der großzügige Garten, der von der nebenliegenden Gärtnerei gepflegt wird. War vergangenes Jahr nach dem Bau natürlich noch wenig in Blüte, grünt es ein Jahr später intensiv auf dem Gelände. Die Bewohnerinnen und Bewohner nutzen die Grünanlage gern, vor allem den Rundweg ums Haus. „Gerade für diejenigen mit einer Gehbehinderung ist das ideal. Auch unterm Nussbaum treffen sich einige gern, dort haben wir auch Gruppenaktivitäten. Es gab auch schon ein Picknick draußen“, erzählt Kircher vom Alltag im Wohnheim. Von der Anlage aus lassen sich auch gut kleine Spaziergänge zum Hollerner See unternehmen.

Frischer geht`s nicht mehr...

Dass sich Wohnstätte und Gärtnerei eine Anlage teilen, ist auch in anderer Hinsicht praktisch: Die Gärtnerei versorgt das Haus mit frischem Obst und Gemüse. „Wir kochen dann frisch, teilweise auch mit den Bewohnern zusammen“, erzählt Kircher. Eine Bewohnerin und ein Bewohner arbeiten inzwischen auch in der Gärtnerei: Nur ein kurzer Gang über den Hof, schon sind sie im Gewächshaus oder dem Feld. 

Das zurückliegende Jahr hat den Bewohnern und Mitarbeitern nicht nur einen neuen Alltag beschert, sondern auch besondere Erlebnisse: Am Wochenende unternehmen die Bewohnerinnen und Bewohner einiges gemeinsam. Es ging in diesem Jahr schon zum Ostermarkt bis nach Bad Tölz und in den Tierpark. Auch ein kleines spontanes Frühlingsfest mit den Angehörigen wurde bereits gefeiert. Und das nächste Fest ist auch schon in Aussicht: Ein Bewohner plant, seinen 75. Geburtstag groß zu feiern, mit seinen Mitbewohnern und den Mitarbeitern. „Das freut uns natürlich“, sagt Kircher, „weil es heißt, dass er sich hier zu Hause fühlt.“