Das Jahr der Vielfalt: Europa im Augustinum

9. Mai 2019

Das diesjährige Kulturprogramm steht unter dem Motto „Europa!“

Eine bereichernde Tradition: Seit 20 Jahren wählt das Augustinum ein Jahresmotto für die vielen Kulturveranstaltungen in seinen 23 Residenzen, inspiriert von nationalen oder auch Augustinum-internen Ereignissen wie etwa Jubiläen. Immer ein wenig spielerisch mit viel Raum für Kreativität sind die Mottos, die sich als roter Faden durch die Vorträge, Konzerte, Filme, Ausstellungen und alle anderen Angebote ziehen. Wurde 1999 ein ganzes Jahr lang mit dem Motto „Zeitenwende“ der bevorstehende Jahrtausendwechsel ausgiebig bedacht, gab es 2006 „Spielereien“ im Jahr der Fußball-WM oder „Rituale“ im Jahr 2016, als sowohl der Schalttag als auch 500 Jahre Reinheitsgebot des Bieres ausgiebig gefeiert wurden.

Dieses Jahr steht „Europa!“ auf dem Programm: „Wir loten aus, was Europa ausmacht, wo seine Wurzeln liegen, wie es klingt, denkt und auch, wie es schmeckt“, so Dr. Paula Väth, Kulturbeauftragte des Augustinum. „Wir haben das Motto mit einem Ausrufezeichen versehen, weil wir die Rolle der Kultur als Wegbereiterin im Europäischen Einigungsprozess nicht außer Acht lassen wollen“, sagt Väth. Und fügt, angesichts der aktuellen politischen Lage, hinzu: „Europa ist eine Idee, die es wert ist, verteidigt zu werden. Europa braucht uns einfach.“

Bild: Die Europa-Flagge des Augustinum wurde am 9. Mai, dem Europa-Tag, vor dem Augustinum München-Neufriedenheim gehisst. Foto: Augustinum

Individuell und europäisch

Das Programm, das jede Residenz individuell gestaltet, spiegelt die Vielfalt des Kontinents in seinen Kulturen, Traditionen und Ritualen wieder. Es geht beispielweise um die 230 Sprachen Europas und um die Beziehungen zu Partnerstädten; die italienische Oper hat genauso ihren Platz wie spanischer Flamenco und finnischer Tango. In Dießen erkunden die Bewohner das mythische, literarische und kulturhistorische Erbe Europas, in Kassel werden europäische Kunsttempel in einer Vorlesungsreihe unter die Lupe genommen, und Historiker Rolf-Bernhard Essig erklärt in einigen Häusern europäische Sprichwörter. Der Autor Gideon Horowitz tourt durch 14 Häuser und erkundet mit Bewohnerinnen und Bewohnern europäische Märchen, während Ivan Knezevic und Caroline Busser mit ihrem Programm „Music connects Europe“ den Kontinent musikalisch feiern. „Natürlich steht überall auch das europäische Kino auf dem Programm“, fügt Väth hinzu.

Zum ersten Mal gibt es dieses Jahr eine Besonderheit: Wer zwölf Europa-Veranstaltungen besucht, bekommt zwölf Stempel in einen „Europa-Pass“. „Zwölf, weil die Flagge zwölf Sterne hat“, sagt Väth. Treue Besucher dürfen dann die nächste europäische Veranstaltung kostenlos besuchen. „Das kommt bisher ziemlich gut an“, berichtet die Kulturbeauftragte. „Generell sind die Bewohner sehr angetan vom Motto.“

Und weil beim Augustinum alles Hand in Hand geht, findet sich das Kulturmotto auch in den Restaurants wieder. „Wir hatten schon inspiriert vom irischen St. Patrick`s-Day kulinarische Veranstaltungen, englische Tea-Time und natürlich darf die französische Küche nicht fehlen“, ist aus den Häusern zu hören. Und auch die Bewohnerreisen sind 2019 vom Motto inspiriert, etwa wenn es zur Biennale nach Venedig geht oder nach Paris. Gesetzt ist in dem bunten Programm nur eines: In jeder Residenz wird in diesem Jahr ein Europa-Fest stattfinden, welches die Mitarbeitenden ganz einzigartig gestalten. Abwechslungsreich wird es werden, offen, spannend, bunt und individuell: wie Europa!