Neues aus dem Augustinum

Neues Wohnheim eröffnet

17. Juli 2018

Das Augustinum eröffnet eine neue Wohnstätte mit 39 Appartements für Menschen mit Behinderung

In Eching bei München wurde am Freitag, 13. Juli, gleich doppelt gefeiert: Die Gärtnerei Hollern, Werkstätte des Augustinum für Menschen mit Behinderung, hat vor 40 Jahren ihren Betrieb aufgenommen. Zudem eröffnete das Augustinum die neue Wohnstätte auf dem Gelände der Gärtnerei Hollern mit 39 Appartements für Menschen mit Behinderung. Nach gut zwei Jahren Bauzeit zogen im Mai die ersten Bewohnerinnen und Bewohner aus einer anderen Wohnstätte des Augustinum in ihre neuen Appartements ein. „Der Umzug war stressig – aber das neue Haus gefällt mir sehr gut. Hier kann ich zur Ruhe kommen“, erzählte eine Bewohnerin beim Fest auf dem Gelände, zu der mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gärtnerei, die neuen Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Nachbarn kamen. Und gleich zwei Bürgermeister, Sebastian Thaler aus Eching und Christoph Böck aus Unterschleißheim, richteten gute Wünsche an die Neu-Echinger und die Mitarbeiter der Gärtnerei.

Platz für Entspannung und Gemeinsamkeit

Das Besondere an der Wohnstätte Hollern: „Es ist die bisher größte Wohnstätte des Augustinum. Um ein familiäres Miteinander zu sichern, ist sie aber in kleinere Wohngruppen für je sechs bis sieben Bewohnerinnen und Bewohner unterteilt“, erklärt Dr. Matthias Heidler, Geschäftsführer des Augustinum. Jedes Appartement hat ein eigenes Bad, das modernsten Standards und allen Anforderungen an Barrierefreiheit entspricht. Die Wohnungen sind individuell und nach den Wünschen der Bewohner gestaltet, im dazugehörigen Garten gibt es viel Platz für Entspannung. In den großen Wohnküchen bleibt viel Platz für Gemeinsamkeit. Davon konnten sich bei Führungen die Angehörigen und neugierigen Besucher der Eröffnungsfeier selbst überzeugen.

In den 16 Wohnstätten des Augustinum im Münchner Norden leben heute mehr als 200 Erwachsene mit einer geistigen Behinderung oder anderen Einschränkungen. Das Ziel der Wohnstätten: Leben in Selbstbestimmtheit mit individueller Unterstützung. Das Leben in der Gemeinschaft in Hollern bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern Sicherheit, vielfältige soziale Kontakt und eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. Gemeinsam mit Betreuerinnen und Betreuern erledigen sie Alltagstätigkeiten wie Einkaufen oder Kochen, tagsüber sind sie in der Regel in einer Werkstätte, wie etwa der Gärtnerei Hollern, beschäftigt.

40 Jahre erfolgreich behauptet

„Die Gärtnerei Hollern steht für Inklusion, und das schon seit 40 Jahren. Das ist etwas ganz Besonderes“, sagt Geschäftsführer Heidler. Das Konzept der Gärtnerei: Menschen mit Behinderung arbeiten hier im Garten- und Landschaftsbau, der Innenraumbegrünung und im biologischen Gemüseanbau außerhalb der Gärtnerei bei Menschen ohne Behinderung. „Die Beschäftigten pflegen zum Beispiel Büropflanzen in großen Unternehmen in München, bis hinauf in die Vorstandsbüros“, so Heidler. „Wir als Augustinum glauben, dass sich jeder in die Gesellschaft mit seinen Fähigkeiten einbringen kann. Das beweist die Arbeit der Gärtnerei Hollern jeden Tag aufs Neue.“

Seit 1978 funktioniert das Konzept: "Daran sieht man, wie gut und auch richtig das ursprüngliche Geschäftsmodell war, weil wir bis heute auf dem Markt präsent sind", sagte Peter Schied, Leiter der Gärtnerei Hollern bei der Jubiläumsfeier. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich schon auf die nächsten 40 Jahre - und auf die neuen Mitbewohner auf dem Gelände sowieso.