Neues aus dem Augustinum

Möglichmacher werden

14. Mai 2018

Die Spenden-Plattform des Augustinum unterstützt einrichtungsübergreifend außergewöhnliche Projekte.

Für viele Projekte, die das Leben von Menschen mit und ohne Behinderung verbessern, fehlen Fördermittel des Kostenträgers. Sie sind daher auf Spenden angewiesen. Für diese Projekte sind die MÖGLICHMACHER entstanden: die Spendenplattform des Augustinum (www.moeglichmacherwerden.de). Als Initiative aus den Pädagogischen Einrichtungen des Augustinum gestartet, will die MÖGLICHMACHER-Kampagne langfristig auch zusätzliche Angebote für Menschen mit Demenz in unseren Sanatorien und Spendenaktionen für außergewöhnliche Projekte anderer Organisationen unterstützen.

Das Augustinum wird so seinem gesellschaftlichen Auftrag gerecht. Kooperationen mit lokalen Bildungszentren, Lebenshilfen und Kirchengemeinden sind im Augustinum schon seit vielen Jahren selbstverständlich im nachbarschaftlichen Miteinander. Daran knüpft die Möglichmacher-Kampagne an. Und unterstützt so Projekte wie den bevorstehenden Neubau der Tagesstätte des Heilpädagogischen Centrum Augustinum (HPCA) im Norden Münchens – und damit auch Felix.

Möglichmacher sorgen für Geborgenheit

Immer wenn die Kinder beim Kochen und Backen mithelfen dürfen, fühlt sich Felix (Name geändert) in der Tagesstätte des HPCA besonders wohl. Er ist mit Freude dabei, Gemüse für den Eintopf vorzubereiten und hilft gern bei allen hauswirtschaftlichen Arbeiten. Aber es gibt auch Situationen, da wird dem Achtjährigen alles zu viel, dann schlägt er um sich, tobt und schreit. Dann findet er keinen Platz für sich in der Welt der anderen, und die anderen keinen Zugang zu ihm.

Felix ist Autist und seine Behinderung eine komplexe Störung des zentralen Nervensystems, die ihn hochsensibel auf Veränderungen in seinem Umfeld reagieren lässt. Sinnesreize prasseln ungehindert und intensiv auf ihn ein, Lärm setzt ihn extrem unter Stress. Was er dann braucht, ist ein Lieblingsort, einen Platz, an den er sich zurückziehen und entspannen kann von dem Trubel um ihn herum.

Ein Ort für Felix

Lieblingsorte sind mehr als eine mit Kuscheltieren eingerichtete Ecke, sie bieten Kindern wie Felix Struktur. Als Teil eines pädagogischen Raumkonzepts mit verschiedenen Bereichen zum Essen, Spielen oder Rückzug geben sie ihnen die Möglichkeiten, die Nähe oder den Abstand zu halten, der ihren individuellen Bedürfnissen entspricht. Sie sind genau das, was sich die Erzieher der Tagesstätte des HPCA für „ihre“ Kinder wünschen. Bei Felix, der einer von ihnen ist, haben sie erlebt, wie wohltuend sich eine solche Struktur auswirkt: seine Unruhephasen werden seltener, er wirkt ausgeglichen und mit sich im Reinen.

Durch den bevorstehenden Neubau der Tagesstätte eröffnet sich die Chance, allen Kindern, die hier betreut werden, solche Lieblingsorte zu schaffen. Bei der Raumgestaltung soll ein bewährtes pädagogisches Konzept zum Einsatz kommen: „Bauen für Geborgenheit“ schafft durch die Unterteilung der Räume in unterschiedliche farbliche Zonen auf mehreren Ebenen eine Struktur, die den Kindern Sicherheit und Orientierung gibt. So entsteht eine Atmosphäre für eine optimal auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmte individuelle Förderung.

„Bauen für Geborgenheit liegt leider außerhalb des finanziellen Rahmens, den uns die Kostenträger zur Verfügung stellen. Fünf Räume können wir aus eigener Kraft finanzieren. Für die weiteren acht sind wir auf Unterstützung angewiesen“, erklärt Dr. Matthias Heidler, Geschäftsführer der Pädagogischen Einrichtungen des Augustinum. „Die Kosten für die acht Räume summieren sich auf 160.000 Euro. Eine hohe Summe, die sich aus vielen Mosaiksteinchen zusammensetzt. Dafür suchen wir ab jetzt MÖGLICHMACHER mit dem ihnen möglichen Beitrag. Mit ihrer Hilfe können wir für Felix und die anderen Kinder Geborgenheit bauen und ihnen Freiräume zur Potenzialentfaltung eröffnen.“

 Das wurde 2017 möglich gemacht, weil Möglichmacher aktiv wurden

Therapie vor Ort jetzt noch mobiler: Die Mitarbeiter und Fachkräfte der Frühförderstelle fördern individuell Kinder mit Behinderungen von der Geburt bis zur Einschulung. Neben der Betreuung in der Einrichtung selbst hat die Nachfrage nach häuslicher Betreuung stark zugenommen. Wenn die Eltern keine Möglichkeit haben, in die Einrichtung zu kommen, kümmern sich die Mitarbeiter zuhause bei den Familien um die Bedürfnisse der Kinder. So erleben sie die Kinder in ihrem normalen Umfeld und sehen, wie sie mit ihren Eltern interagieren. Dank der Spendenbereitschaft von vielen Möglichmachern konnte ein neues Fahrzeug gekauft werden. Damit können eine Psychologin und eine Heilpädagogin täglich bis zu sechs Kinder mehr fördern.

Fortführung des Otto-Cups: Gemeinsam spielen, kämpfen, siegen – dank zahlreicher Unterstützung durch Spender und freiwillige Helfer konnte am 21. Juni 2017 bereits zum vierten Mal das inklusive Fußballturnier Otto-Cup in Oberschleißheim stattfinden. Dabei spielen Kinder und Jugendliche mit ihren Freunden aus Partnerklassen und anderen Schulen um den Pokal. Mit 13 Mannschaften waren 2017 so viele Teams wie noch nie am Start, in fünf Teams standen Sportler mit und ohne geistige Behinderung gemeinsam auf dem Spielfeld.

 

Spendenkonto: Augustinum gGmbH
Heilpädagogisches Centrum Augustinum
IBAN: DE75 5206 0410 0005 3516 00
(Evangelische Bank)