Menschen im Augustinum

Wein und Wallfahrt: Hans Josef Keßler im Augustinum Dortmund

24. Januar 2013

Hans Josef Kessler, der im Augustinum Dortmund lebt, ist Kenner und Könner zugleich. Er hält für die Bewohner Vorträge über Kunstgeschichte oder über Wein, seiner Leidenschaft.

Kunst und Kultur, besonders die Geschichte und Geschichten seiner langjährigen Heimat Trier, haben Hans Josef Keßler schon immer interessiert. Aber erst im Ruhestand hat er die Zeit gefunden, sich intensiv damit zu beschäftigen.

„Wenn man sich aus dem Berufsleben verabschiedet, überlegt man sich, was man noch zum aktiven Leben beitragen kann“, erklärt der Augustinum-Bewohner seinen Entschluss, zusammen mit seiner Frau im Seniorenstudium 12 Semester lang Kunstgeschichte an der Universität in Trier zu studieren.

Neben römischer Geschichte lernte das Ehepaar alles über Architektur, Malerei und Plastik, über verschiedene Epochen und über die örtliche Kunstgeschichte. Und so wurde Hans Josef Keßler aufmerksam auf die Tätigkeit des Gästebegleiters.

„Angeregt durch einen Zeitungsartikel habe ich einen Kurs belegt und das Ganze abgerundet mit der Lizenz eines Domführers.“ Dass die Arbeit des Gästebegleiters neben vielen schönen Erlebnissen auch sehr anstrengend sein kann, das konnte Hans Josef Keßler oft genug erleben – durchschnittlich war er 20 Mal im Jahr als Fremdenführer in Trier unterwegs: „Man lernt immer neue Leute kennen, manchmal ärgert man sich auch, aber meistens macht es sehr viel Freude.“

Dennoch legte er vor gut drei Jahren seine Tätigkeit nieder. „Von Dortmund nach Trier ist es doch sehr weit zum Pendeln“, so Hans Josef Keßler. Geblieben ist ihm die Freude am Vortrag, am Vermitteln kulturgeschichtlicher Besonderheiten.

Auch in seiner neuen Wahlheimat im Augustinum Dortmund hält er Vorträge über kulturhistorische Themen: „Ich habe schon über sehr unterschiedliche Themen gesprochen, über das Große Zittauer Fastentuch oder über die Decke der St. Martins-Kirche in Zillich. Ein Vortrag ging über die Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier, bei der im Frühjahr mehr als 500.000 Menschen nach Trier gepilgert waren.“

Und manchmal kommt zum kulturellen auch noch der Genuss des Gaumens, wenn Hans Josef Keßler sein kulturgeschichtliches Interesse mit seiner zweiten Leidenschaft verbindet: dem Wein. Als Mitglied der „Gemeinschaft Deutschsprachiger Weinbruderschaften“ kennt er sich auch hier bestens aus, erweitert sein Wissen in Seminaren und vermittelt seine Kenntnisse bei Treffen mit Weinfreunden aus anderen Regionen.