Zeit und Raum für den Eisenbahner im Augustinum Ammersee

21. Mai 2012

Dr. Manfred Illi ist Hobby-Eisenbahner. Ob Kirche, Vogelgezwitscher oder ein brennendes Haus, bei einer Fahrt mit Manfred Illis Modelleisenbahn erlebt der Betrachter so manche Überraschung.

Als Kind hat man viele Leidenschaften und Hobbys, die einem aber nur selten im Erwachsenenleben wieder begegnen. Doch bei Manfred Illi ist genau das der Fall. „Als Knabe hatte ich eine große Eisenbahn, aber später habe ich sie meinem Bruder überlassen“, erzählt er. „Als sich – Jahrzehnte später – meine jüngste Tochter mit elf Jahren eine Eisenbahn wünschte, bekam sie die auch. Und so habe ich damals angefangen, mich wieder mit dem Thema zu beschäftigen und gemeinsam mit ihr die Bahn begonnen.“

Inzwischen haben auch seine Enkel die Modelleisenbahn entdeckt. „Frederic – vier Jahre alt – fragte mich vor unserem Einzug ins Augustinum: ‚Opa, was machst du mit der Eisenbahn, wenn du ins Altersheim umziehst? Schenkst du sie mir dann? Du kannst dann auch immer damit spielen.’“

Aber der Umzug von Wiesbaden an den Ammersee ins Augustinum bedeutete für Manfred Illi nicht das Ende seiner Eisenbahn. „Das Augustinum bietet jedem weiterhin die Möglichkeit, sein Hobby auszuüben. Man muss sich nur selbst um große Räumlichkeiten bemühen, sofern man diese braucht, und man sollte früh genug einziehen, um das Leben dort auch genießen zu können“, sagt er und spricht damit aus eigener Erfahrung: „Ich bin mit 70 Jahren eingezogen, habe dann im Augustinum Zeitungsannoncen studiert und so einen Raum gefunden mit 35 Quadratmetern. In Wiesbaden hatte ich nur 25 Quadratmeter zur Verfügung, die bereits völlig ausgenutzt waren.“

Umso mehr freut es ihn, nun mehr Platz zu haben. Denn wie er selbst erklärt, ist es das Schlimmste für einen Modellbauer, fertig zu sein: „Das Erweitern und Rumbasteln, das ist doch genau das, was Spaß macht!“ Seit zwei Jahren ist die Eisenbahn nun in einem ehemaligen Stall aufgebaut, den Manfred Illi restauriert hat. Beeindruckend ist nicht nur die Größe der Anlage, sondern auch die Liebe zum Detail, mit der er sie gestaltet hat. „Es sind kleine Kirchen zu sehen oder ein Haus, das brennt, und viele weitere Details. Es gibt auch viele akustische Effekte, so hört man zum Beispiel die Vögel zwitschern oder die Glocken läuten“, erklärt Manfred Illi.

Ein besonders schönes Erlebnis war der Besuch von 60 Bewohnern und Mitarbeitern des Augustinum, die im vergangenen Jahr seine Modelleisenbahn bewundert haben. Und neue Anfragen stehen bereits an. „Einige haben sich bei mir gemeldet, die die Besichtigung verpasst haben. So habe ich derzeit wieder eine Anwärterliste von 15 Personen“, meint Manfred Illi und bemerkt noch, dass viele Frauen sogar stärker begeistert waren als die Männer.