Porzellanmalerei im Augustinum Kassel

22. Januar 2013

Ursula und Günther Wessel, Bewohner im Augustinum Kassel, sind Liebhaber der Porzellanmalerei. Sie haben eine Malgruppe gegründet und bemalen auch Porzellan aus dem Wohnstift.

Vor sieben Jahren wurde das Augustinum Kassel das neue Zuhause von Ursula Wessel und ihrem Mann Günther. Noch vor ihrem Einzug wurde das Ehepaar auf ein Hobby aufmerksam, das beide inzwischen zusammen mit anderen Bewohnern im Augustinum pflegen: die Porzellanmalerei.

„Mein Mann und ich haben damals an der Besichtigung eines Appartements im Augustinum teilgenommen. Dort lebte eine Dame, und mir fiel ihr wunderschönes Porzellan auf, das sie alles selber bemalt hatte“, erzählt Ursula Wessel.

Diese Dame war es auch, die einen Kurs ins Leben rief und den Teilnehmern die Grundlagen der Porzellanmalerei erklärte. „Sie hat uns gezeigt, wie man die Farbe anrührt, und uns Tipps zum Malen gegeben. Inzwischen lebt sie in München, aber ihren Brennofen hat sie uns dagelassen.“

Der Brennofen wird bis heute regelmäßig in Betrieb genommen. Fünf bis zehn Augustinum-Bewohner nehmen jeden Donnerstag am Kurs im Hobbyraum teil. Ungezwungen geht es laut Günther Wessel in der Gruppe zu. Die entspannte Atmosphäre ist einer der Gründe, weshalb er und seine Frau bis heute dem Porzellanmalkurs treu geblieben sind.

Seine Frau kann dies nur bestätigen: „Wir zeigen uns gegenseitig, was wir machen, oder, wenn neue Teilnehmer kommen, erklären wir Ihnen, wie man vorgeht. Jeder hat auch sein eigenes Konzept. Ich male gerne kleine Streublumen, mein Mann eher große Blumen- und Blätter-Arrangements. Jeder malt, was ihm gefällt“.

Die Gefäße, die bemalt werden, stammen aus Verkäufen von Restbeständen oder auch vom Augustinum selbst: „Das Augustinum hat vor einiger Zeit neues Porzellan gekauft. Das Porzellan, das nicht mehr gebraucht wird, bemalen wir“, sagt Ursula Wessel. Ausgewählte Stücke des Kurses sind in der Eingangshalle des Augustinum ausgestellt. „Wir sind also kein Geheimclub.

Jeder, der in diese Schaukästen guckt, sieht, was wir da machen“. Privat werden die selbst bemalten Teller, Tassen oder Schalen gerne verschenkt. Beim alljährlichen Weihnachtsbasar im Augustinum Kassel werden auch Werke verkauft, der Erlös kommt wohltätigen Zwecken in und um Kassel zugute.