Engagement und Fürsorge im Augustinum München-Neufriedenheim

11. Januar 2013

Sieglinde Schmidt, Bewohnerin im Augustinum München-Neufriedenheim, liegt das Wohl pflegebedürftiger Menschen am Herzen. Die ehemalige Chefärztin ist Mitglied im Stiftsbeirat.

Vor mehr als drei Jahren bezog Sieglinde Schmidt ihr Appartement im zwölften Stock des Augustinum München-Neufriedenheim und genießt seitdem neben der neu gewonnenen Freizeit, die ihr das Wohnstift bietet, einen herrlichen Ausblick über München.

Als Internistin und Psychotherapeutin war sie 21 Jahre lang Chefärztin im Krankenhaus Neuwittelsbach in München. Aber das Wohl und die Fürsorge für kranke Menschen lagen ihr nicht nur als Ärztin am Herzen, auch als Bewohnerin im Augustinum engagiert sie sich: „Ich bin Mitglied im Stiftsbeirat und möchte mich im Bereich Pflege einsetzen.“

Was heutzutage selbstverständlich ist, über Krankheit offen mit den Patienten zu sprechen, war noch vor einigen Jahren die Ausnahme. „Einem meiner Patienten habe ich die Krebsdiagnose vorenthalten, als er mich danach fragte. So hatte ich es gelernt. Durch die Arzt-Rechnung hat er dann von seiner Krankheit erfahren“, erzählt Sieglinde Schmidt.

Diese Erfahrung war ein Schlüsselerlebnis für die Ärztin, ein aufrichtiges Verhältnis zu ihren Patienten aufzubauen. Sie war auch der Auslöser für ihr besonderes Engagement in der Hospizarbeit und der Palliativbegleitung, die ihr zum Anliegen geworden sind. „Palliativ stammt von dem lateinischen Wort für Mantel, pallium. Wie mit einem Mantel wird der schwer kranke Mensch umsorgt“, erklärt Sieglinde Schmidt.

Ärzte und Pfleger brauchen eine besondere Ausbildung, um zu einer optimalen Pflege zu kommen, meint sie. Von 2001 bis 2004 war Sieglinde Schmidt Vorsitzende des Christophorus Hospiz Vereins e.V. München, und sie ist als Leiterin von Balint-Gruppen tätig, die sich um die Beziehung zwischen Arzt und Patient und damit um eine optimierte Behandlung des Patienten bemühen.

Mit einer Freundin, der Seelsorgerin Theresia Hauser, hat sie das Buch „Das Leere Haus – Trost für Trauernde“ geschrieben, das mit Gedichten, Gebeten und Geschichten Themen anspricht, die sonst eher gemieden werden. Die Pflege und das Vertrauen der Menschen – diese Themen sind Sieglinde Schmidt wichtig.