Augustinum-Bewohner Wolfgang Kramer erhält Deutschen Spiele Preis

8. Oktober 2012

Der Spiele-Autor Wolfgang Kramer, Bewohner im Augustinum Stuttgart-Killesberg, erhält für sein Lebenswerk den Sonderpreis des Deutschen Spiele Preises 2012.

Für Wolfgang Kramer kam die Auszeichnung unerwartet, und er ist noch immer sichtlich bewegt. Am 17. Oktober erhält er in Essen den Sonderpreis des Deutschen Spiele Preises 2012 für sein Lebenswerk – eine Auszeichnung, die vor ihm erst ein einziger Spiele-Autor, der Amerikaner Alex Randolph, erhalten hat.

Aber das Urteil der Jury ist naheliegend: Nur eine Handvoll hauptberuflicher Spiele-Entwickler gibt es in Deutschland, und Wolfgang Kramer war 1989 der Erste, der sich hierzulande selbstständig und sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Vorausgegangen waren 16 Jahre, in denen er sich in seiner Freizeit mit dem Erfinden von Spielen beschäftigt hatte. Und das so erfolgreich, dass er 1986 mit dem Agentenspiel „Heimlich & Co“ und im Jahr darauf mit „Auf Achse“ den Titel „Spiel des Jahres“ gewann. Etliche Veröffentlichungen sowie weitere Auszeichnungen folgten, und die Einfälle gehen dem heute 70-Jährigen noch lange nicht aus.

Oft sind es einfache Ideen, die in einer ausführlichen Entwicklungs- und Testphase zu einem Spiel reifen. Bei dem Kinder- und Familienspiel-Klassiker „Mitternachtsparty – Hugo, das Schlossgespenst“ war es die „Reise nach Jerusalem“, aus der sich ein spannendes Brettspiel entwickelt hat, die Spieler laufen dabei mit Gespenst Hugo durch eine Schlossgalerie um die Wette.

Bei „Auf Achse“, einem Unternehmerspiel mit Speditionen, stand die Beobachtung von Kindern, die ihre Autos be- und entladen, Pate für eine völlig neuen Spielidee. Wolfgang Kramer hat Würfelspiele, Kartenspiele, Familien- und Kinderspiele erfunden. Ein besonderer Reiz liegt für ihn in komplexen Strategiespielen wie seinem als „Spiel des Jahres 1996“ ausgezeichneten „El Grande“. Auch wenn solche Spiele es auf dem deutschen Markt schwer haben und nur dank internationaler Nachfrage nach den „German Games“ bestehen können.

Noch immer ist Wolfgang Kramer auf Spielemessen unterwegs, um Verlagen und Kollegen neue Ideen vorzustellen, aber seit zweieinhalb Jahren hat er sich auch in seinem neuen Zuhause im Augustinum Stuttgart-Killesberg ein begeistertes Publikum erschlossen. Regelmäßig veranstaltet er hier mit seiner Frau Ursula einmal im Monat einen Spiele-Abend, zu dem gut 20 Mitbewohner kommen. Gespielt wird an mehreren Tischen, teilweise aber auch in großer Runde, etwa „Tabu“ oder „Personality“ – Kommunikationsspiele, bei denen viele gemeinsam spielen können und die besonders gut ankommen.