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Das Unsichtbare sichtbar machen

23. Februar 2015

Hobbyfotograf im Augustinum Braunschweig eröffnet neue Perspektiven

"Ich bin kein Künstler. Ich gucke und ich sehe." So beschreibt der 80-jährige Manfred Kunz seine Tätigkeit als Hobbyfotograf. In aller Bescheidenheit, lässt sich hinzufügen, denn was der ehemalige Maschinenbauer hervorbringt, ist mehr als bloße Fotografie. Sei es bei Makroaufnahmen von heimischen Insekten oder bei Experimenten mit technisch-optischen Komponenten: Die Faszination der Werke ergibt sich durch den besonderen Blick, mit dem Manfred Kunz die Dinge wahrnimmt, wo andere vielleicht gar nichts sehen würden.

Seine Motive findet der vielseitig Interessierte an den verschiedensten Orten. So fasziniert ihn die raue Ästhetik mancher Graffitis in Unterführungen ebenso wie die Anmut der romanischen Kirchengebäude im Zentrum Braunschweigs oder das Farbenspiel heimischer Schmetterlinge. Für seine prächtigen Aufnahmen von Insekten durchforstet er gerne das nahegelegene Naturschutzgebiet Riddagshausen mit seinen Wäldern und Teichen. Und wenn das Wetter nicht mitspielt, experimentiert er in seinem eigenen Studio im Augustinum, das für seine kreativen Arbeiten bestimmt ist.

Auch physikalische Phänomene interessieren ihn bei der Suche nach neuen Motiven. So schafft er virtuose Aufnahmen, indem er im richtigen Moment auf den Auslöser drückt, wenn Wassertropfen auf die Oberfläche einer Flüssigkeit treffen. Von seinem Hobby hat auch bald der Direktor des Augustinum Braunschweig erfahren, der ihn prompt bat, einige seiner Bilder für eine Ausstellung zum Thema Wasser zur Verfügung zu stellen. Und schon wenige Wochen später konnte man in den Fluren des Wohnstifts Gäste und Bewohner beobachten, wie sie die Werke von Manfred Kunz bewundern.

Die Naturaufnahmen haben für den 80-Jährigen einen schönen Nebeneffekt: Durch die intensive Auseinandersetzung mit der heimischen Fauna eignete er sich ein umfangreiches Wissen an, das er inzwischen gerne in bebilderten Vorträgen an seine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner weitergibt. In den Wintermonaten kann man seiner Stimme zudem bei Lesungen lauschen, für die er auch schon literarische Perlen von unbekannten oder vergessenen Autoren recherchiert hat. Und wenn er nicht gerade selber auf dem Podium steht, genießt Manfred Kunz auch als Zuschauer oder Zuhörer das vielfältige Kulturprogramm im Augustinum, das mit dem hauseigenen Theatersaal eine Bühne für exzellente Künstler aus verschiedenen Sparten bietet.

"Ich bin ein neugieriger Mensch, mich interessiert alles", sagt Manfred Kunz. Damit ist er im Augustinum Braunschweig an der richtigen Adresse. Das Wohnstift bietet ihm beides: In seinem Studio kann er sich in Ruhe seinen Arbeiten widmen, zugleich hält das Sport-, Reise- und Kulturangebot ständig anregende und gesellige Alternativen bereit.