Ratgeber Leben im Alter

Rasche Hilfe bei Brustschmerzen

4. Januar 2011,
CPU-Augustinum-Klinik-München

Akute Brustschmerzen sind immer ein Warnsignal. Woher sie kommen, muss schnell geklärt werden. Die beste Anlaufstelle ist eine sogenannte Chest Pain Unit (CPU).

Herzinfarkt, Einriss in der Wand der Hauptschlagader, Lungenembolie oder harmlose Muskelverspannung? Brustschmerzen können viele Gründe haben. Manche davon sind lebensbedrohlich. Deshalb nimmt die Klinik Augustinum München Patienten, die über akute Brustschmerzen klagen, umgehend in ihrer Chest Pain Unit in der Intensivstation auf. In dieser speziellen Diagnostik- und Therapie-Einheit stehen Tag und Nacht erfahrene Ärzte zur Verfügung. Standardisierte diagnostische Abläufe und eigens geschultes Personal gewährleisten eine optimale Versorgung.

Vom Ultraschall bis zum Herzinfarkt-Schnelltest

„Dort können wir im Krankenbett den Brustkorb röntgen und die Organe per Ultraschall untersuchen“, erklärt Prof. Michael Block, Chefarzt des Fachbereichs Kardiologie der Klinik Augustinum München. EKG und Labor-Schnelltest auf Herzinfarkt und Lungenembolie sorgen für erste Klarheit. Bei unauffälligen Befunden wiederholen die Ärzte EKG und Herzinfarkt-Schnelltest nach wenigen Stunden. Sind die Ergebnisse in Ordnung, werden die Patienten auf die Normalstation verlegt bzw. in die Obhut des Haus- oder Facharztes entlassen. „Zeigt sich dagegen ein Herzinfarkt, führen wir sofort eine Herzkatheter-Untersuchung durch und öffnen das verschlossene Gefäß“, erläutert Block. „Je eher dies geschieht, desto geringer ist der Schaden.“

CT schafft Klarheit in Sekunden

Hat sich die Diagnose noch nicht erhärtet, kommt eine Kontrolle im modernen 64-Zeiler-Computertomographen in Frage. Innerhalb von Sekunden werden die Lungenschlagadern, die Hauptschlagader und die Herzkranzgefäße dargestellt. So lässt sich klären, ob eine Lungenembolie vorliegt, die Gefäßwand eingerissen ist oder eine hochgradige Verengung besteht – die drei Hauptursachen für akute Schmerzen in der Brust.

Was versteht man unter CPU?

Die Abkürzung CPU steht für das englische Chest Pain Unit, was übersetzt so viel heißt wie: Brustschmerz-Einheit. Es handelt sich dabei um eine Diagnostik- und Therapieeinheit in Krankenhäusern zur Versorgung von Patienten mit akuten Brustschmerzen. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie hat eine Webseite, auf der alle zertifizierten CPUs in Deutschland nach Städtenamen gelistet sind: http://cpu.dgk.org.

 

 

Prof-Dr-Michael-Block

Drei Fragen an Prof. Dr. Michael Block, Chefarzt der Kardiologie in der Klinik Augustinum München:

Sollte ich mich prophylaktisch für den Fall der Fälle nach der nächsten CPU erkundigen, auch wenn ich bisher keinerlei Brustschmerzen hatte?

Ab einem Alter von 65 Jahren ist das sicher eine gute Idee, oder wenn man weiß, dass altersunabhängig ein zusätzliches Risiko für einen Herzinfarkt besteht, aufgrund von Rauchen, hohem Cholesterinspiegel, hohem Blutdruck, Diabetes mellitus oder vermehrten Herzkranzgefäßerkrankungen bei Eltern und Geschwistern.

Wenn ich Schmerzen habe, aber keine CPU in der Nähe ist, wohin soll ich mich am besten wenden?

Wichtig bei Brustschmerzen ist grundsätzlich, dass man sich schnell in ärztliche Behandlung begibt. Bei akuten heftigen Schmerzen, insbesondere in Verbindung mit Kreislaufbeschwerden wie kurzer Bewusstlosigkeit, Schwindel oder niedrigem Blutdruck, sollte man den Notarzt über 112 alarmieren. Hat man dagegen z.B. beim Brötchenholen morgens Brustschmerzen gehabt, die aber beim Frühstück wieder weg sind, kann man auch zunächst zum Hausarzt oder zu einem niedergelassenen Facharzt für Kardiologie gehen. Geht das nicht, ist das nächste Krankenhaus der geeignete Anlaufpunkt.

Welche Art von Brustschmerzen ist verdächtig?

Grundsätzlich jede Art von Brustschmerzen. Besonders verdächtig sind Schmerzen, die den ganzen Brustkorb betreffen und mit dem Gefühl eines Einschnürens der Brust einhergehen. Ausstrahlungen in den linken Arm, den Oberbauch und Hals bzw. Unterkiefer lassen an einen möglichen Herzinfarkt denken. Weniger verdächtig sind Brustschmerzen, die sich durch Druck auf den Brustkorb verstärken oder nur bei bestimmten Köperhaltungen vorhanden sind.

Viele Informationen rund um das Herz bietet die Webseite der Deutschen Herzstiftung, www.herzstiftung.de. Mitglieder können kostenlos eine Telefon- sowie eine Onlinesprechstunde in Anspruch nehmen. Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt am Main, Tel. 069 / 955 128 - 0, info(at)herzstiftung.de.