Ratgeber Leben im Alter

Schonende Ernährung im Alter

4. Januar 2011,
Betreutes-Wohnen-Schonkost

Schonende Ernährung tut gut und kann dabei richtig schmecken! Statt Schonkost und Diät hat sich die „Leichte Vollkost“ unter den Ernährungsfachleuten durchgesetzt. Man verordnet nicht mehr eigene Diäten für Leber, Galle oder Darm, sondern berücksichtigt ganz einfach weit verbreitete Unverträglichkeiten. So kann Mangelernährung vermieden werden, ohne auf einen abwechslungsreichen Speisezettel zu verzichten. Und die häufigsten Beschwerden wie Völlegefühl, Magendrücken, Blähungen und Sodbrennen sind trotzdem gebannt.

Erlaubt ist, was man gut verträgt

Farblos, langweilig, fad – das verbinden heute noch Viele mit den früher häufig verordneten Diäten bei Magen- und Darmerkrankungen. Aber sogenannte Organ-Schonkost ist heute passé. Der Grund ist einfach: Trotz strenger Diät besserten sich die Symptome in der Regel nicht, von Heilung ganz zu schweigen. Allerdings enthielt eine solche Schonkost oft zu wenig lebensnotwendige Nährstoffe: Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe fehlten, Mangelernährung war die Folge – ein klassischer Ernährungs-Irrtum. Die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher heute für Menschen mit Magen-, Darm-, Leber-, Gallen- und Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen (von einigen Ausnahmen abgesehen): Alles, was vertragen wird, ist auch erlaubt.

Unverdaute Gefühle

Dahinter steht ein grundsätzliches Umdenken im Zusammenhang mit Magen- und Darmerkrankungen. „Gerade Magen und Darm reagieren bei vielen Menschen auf seelische Belastungen, Kummer, Angst und Stress“, so die Experten der DGE. Probleme, die man hinunterschluckt, schlagen einem auf den Magen und werden dort nicht verdaut. Die Folge sind Beschwerden wie Magendruck, Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit und Sodbrennen, die meistens nach dem Essen auftreten.

Statt herkömmlicher Diät oder Schonkost rät die DGE zur Leichten Vollkost. Ohne Gefahr der Mangelernäherung und gleichzeitig appetitlicher und abwechslungsreicher könnten mit der Leichten Vollkost die Beschwerden vermindert und – das ist entscheidend – Unverträglichkeiten auf einzelne Lebensmittel oder Speisen vermieden werden. Im Grunde genommen bedeutet leichte Vollkost nichts anders, als auf Lebensmittel, die nicht vertragen werden, zu verzichten.

Top 10 der Unverträglichkeiten

Hülsenfrüchte führen die Hitliste der unverträglichen Lebensmittel an. Ein Drittel der Bevölkerung hat mit Linsen, Erbsen und Bohnen seine liebe Not. Auf dem zweiten Platz folgt bereits der so gesund und harmlos daherkommende Gurkensalat: Er ist so schwer verdaulich, dass ihn mehr als 28 Prozent der Deutschen nicht vertragen. Frittiertes, Weißkohl und kohlensäurehaltige Getränke folgen auf den nächsten Plätzen. An dieser „Intoleranzliste“, auf der auch Pilze, rohes Steinobst, rohes Kernobst und Lauch stehen, orientiert sich die leichte Vollkost: Lebensmittel und Speisen, die bei mehr als fünf Prozent der Bevölkerung Beschwerden auslösen, werden gemieden.

Leichte Vollkost in den Augustinum Restaurants

Nach diesen Kriterien für die Leichte Vollkost der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wird im Augustinum immer eines der täglich drei Menüs zubereitet. „Wir haben einfach die neuesten Erkenntnissen und Empfehlungen der Fachleute umgesetzt“, erklärt Zeljko Zufic, der Verantwortliche für alle Küchen und Restaurants im Augustinum, „leichte Vollkost tut gut, schmeckt gut und ist abwechslungsreich.“ Für Diabetiker bieten die Küchen im Augustinum einen individuellen Service: Je nach gewünschter Menge der Broteinheiten werden etwa Kartoffeln oder Nudeln reduziert.

Die Wahl der Nahrungsmittels ist aber nicht der einzige Faktor für Magenverträglichkeit, mahnt die DGE. Wie viel und wie schnell gegessen wird, ist mindestens genauso wichtig.

Checkliste für die Leichte Vollkost

  • Unverträglichkeit beachten
  • blähende Nahrungsmittel vermeiden
  • reizarme Zubereitung ohne scharfe Gewürze
  • Fett reduzieren
  • Süßspeisen sind möglich, jedoch sollte der Zuckergehalt kontrolliert werden
  • schonende Zubereitung, möglichst ohne Röststoffe
  • gut verträglich sind gedünstete, gedämpfte, gekochte, in Folie gegarte, gegrillte Speisen (ohne Kruste)
  • verboten sind scharfes Braten, Rösten, Schmoren, Frittieren

Weitere Tipps

Bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Godesberger Allee 18, 53175 Bonn können Sie umfangreiches Informationsmaterial bestellen. Die Internet-Adresse lautet: www.dge.de