Neues aus dem Augustinum

Für ein selbstbestimmtes Leben bis zuletzt

1. Dezember 2010,

Mit einer neuen Patientenverfügung will das Augustinum Bewohnern, Vorvertragspartnern und Interessenten Formulare in die Hand geben, die an den neuesten Stand der Diskussion und der Rechtsprechung angepasst wurden.

Augustinum-Patientenverfügung

Neu ist zum Beispiel, dass Sie ab sofort ganz detailliert ankreuzen können, welche medizinischen Maßnahmen Sie wünschen und welche nicht.

Solange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt zu leben und auch in der späten Lebensphase noch alles nach den eigenen Wünschen regeln und veranlassen zu können, ist der Wunsch fast aller erwachsenen Menschen. Doch durch einen Unfall, eine plötzliche Krankheit oder eine fortschreitende demenzielle Erkrankung kann eine Situation entstehen, in der man selbst keine wirksamen Entscheidungen mehr treffen kann.

Rechtzeitig mögliche Behandlungen regeln

Immer bessere medizinische Therapien und Behandlungsmethoden können heute das Weiterleben eines Menschen ermöglichen, der in früheren Zeiten an derselben Krankheit gestorben wäre. Zugleich stellen sich die Menschen aber auch immer öfter die Frage, wie weit man die medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen soll. Denn Viele befürchten, dass eine künstliche Lebensverlängerung in manchen Fällen eher ein würdeloses als ein würdevolles Dasein zur Folge hat.

Damit Sie frühzeitig die gewünschte medizinische Behandlung auch für den Fall regeln können, in dem Sie sich selbst nicht mehr äußern können, erhalten Sie im Augustinum nun die neue Fassung der Patientenverfügung mit jeweils zwei beigefügten Formularen der Vorsorge-Vollmacht. Darin berücksichtigt sind nicht nur aktuelle Urteile der Rechtsprechung und der aktuelle Stand der Diskussion zum Thema Patientenverfügung, sondern auch der neue Paragraph des Bürgerlichen Gesetzbuches, § 1901a BGB, der die Beachtung einer Patientenverfügung bei der medizinischen Behandlung gesetzlich vorschreibt.

Neuerungen der Patientenverfügung

Neu an der aktuellen Ausgabe der Patientenverfügung ist auch die Auflistung von neun verschiedenen medizinischen Behandlungssituationen. Künstliche Ernährung, künstliche Beatmung, Wiederbelebungs-Maßnahmen – das alles sind abstrakte Begriffe, unter denen man sich als Laie nur bedingt etwas vorstellen kann. Damit klarer wird, was dies in der Praxis bedeutet, und damit Sie noch genauer festlegen können, was im Detail für Sie in Frage kommt, sind die Situationen in einfachen Worten genau beschrieben. So lautet zum Beispiel ein Satz: „Hunger soll nur auf natürliche Weise gestillt werden, ggf. mit Hilfe bei der Nahrungsaufnahme, jedoch nicht durch eine Magensonde oder anderweitige künstliche Ernährung.“ Sogar die Entfernung einer aus Versehen bereits gelegten Magensonde wurde berücksichtig, womit das Augustinum Bezug auf ein aktuelles Gerichtsurteil zu diesem Thema nimmt. Dieses Urteil hat klargestellt, dass es sich dabei nicht um verbotene aktive Sterbehilfe handelt, sofern der Patient schriftlich einer künstlichen Ernährung widersprochen hat.

Platz für individuelle Anmerkungen und Wünsche

Auch für Ihre ergänzenden Anmerkungen ist Platz in der neuen Patientenverfügung. Diese empfehlen sich, wenn Sie zum Beispiel aufgrund einer chronischen Krankheit eine ganz spezielle Behandlungsmethode wünschen. Hier können Sie aber auch Ihre persönlichen Gedanken und Wertvorstellungen zu Krankheit und Sterben niederschreiben. Vor allem Ärzte halten diesen Teil des Formulars für besonders wichtig, weil sie hoffen, den Patienten dadurch noch besser einschätzen zu können.

Wie Sie die Patientenverfügung immer wieder an Ihre sich ändernden Wünsche anpassen können, haben wir ebenfalls im Formular für Sie beschrieben. Sollten Sie nach Durchsicht noch Fragen haben, wenden Sie sich am besten an Ihren behandelnden Arzt.

Interessenten erhalten die Patientenverfügungs-Formulare bei ihrem Berater im Augustinum.