Menschen im Augustinum

Karl-Hans Flötgen und Ingeborg Steffen - Stadtkümmerer in Mölln

7. September 2012,

Karl-Hans Flötgen und Ingeborg Steffen, Bewohner des Augustinum Mölln, sind Gründungsmitglieder der Stadtkümmerer. Die ehrenamtliche Gruppe will Mölln lebenswerter und interessanter gestalten.

„Hilfe war schon immer unser Bestreben“, sagt Karl-Hans Flötgen und beschreibt, wie es zu der ehrenamtlich engagierten Gruppe der Stadtkümmerer kam: „In Mölln gab es 2010 für die Bürger eine 1000-Wünsche-Box zum Stadtgeschehen, die Anregungen, Kritik und Verbesserungen aufzeigen sollte. Bei einem Treffen mit der Stadtverwaltung wurden die Themen aus der Box diskutiert.

Der Bürgermeister der Stadt bat um Mithilfe bei der Auswertung und Umsetzung. Mit weiteren Bürgern von Mölln erklärten sich meine Frau und ich dazu bereit.“ Den Stadtkümmerern gehören unter anderen ehemalige Architekten, Ingenieure und Lehrer an, die Erfahrungen und Wissen nicht brachliegen lassen, sondern weitergeben möchten. „Wir sind alle zwischen 55 und 75 Jahre alt, und wir wollen Mölln lebenswerter und interessanter gestalten“, sagt Flötgen, der auch Sprecher der engagierten Gruppe ist.

Karl-Hans Flötgen und seine Frau Ingeborg Steffen, die vor ihrem Einzug in das Augustinum Mölln 14 Jahre auf dem spanischen Festland lebten, waren schon immer engagiert, wenn es um ihren Wohnort ging: „Vor unserem Umzug nach Spanien haben wir in Bayern in der Nähe von Regensburg gelebt und uns auch dort aktiv in das Stadtgeschehen eingebracht“, erzählt Karl-Hans Flötgen.

Doch nicht nur dieses Engagement, sondern auch intensives Interesse am Stadtgeschehen und an der Geschichte ihrer Wahlheimat gehört zu den Gründen, weshalb sie sich um ein besseres Erscheinungsbild der Stadt Mölln bemühen.

Das erste Ziel der Stadtkümmerer war es, ein Konzept für die Stadt zu erstellen, in dem ihre Ziele detailliert beschrieben werden, und diese mit Vorschlägen zu konkretisieren. So wollten sie die Attraktivität des Kneippkurortes mit seiner historischen Altstadt verbessern.

Karl-Hans Flötgen und Ingeborg Steffen haben zum Beispiel Anregungen aus ihrer vormaligen Heimat in Bayern nach Mölln gebracht: „In Südbayern sind die Plätze ja größtenteils mit Blumen verziert. Auch das ist etwas, womit wir die Innenstadt in Mölln noch schöner machen wollen“, berichtet der Stadtkümmerer.

Außerdem soll die historische Innenstadt mit ihren charmanten Ecken und Plätzen kinderfreundlicher gestaltet werden. „Unsere Wohlfühlplätze sollen schöner werden, und zwar auch mit Spielgeräten. Die Stadt soll auch attraktiver für Kinder und Eltern werden.“ Ein weiteres großes Projekt der Stadtkümmerer ist die optische Aufwertung verwaister Gebäude. Besonders das leer stehende ehemalige Hertie-Gebäude war kein Aushängeschild für Mölln.

„Nach Absprache mit dem Bürgermeister und dem Verwalter der Hertie-Kaufhäuser erreichten wir die Zustimmung, die Fensterfronten der seit mehr als zwei Jahren leerstehenden Kaufhäuser mit Möllner Motiven zu verschönern“, erzählt Karl-Hans Flötgen. Und dieses Projekt wurde sofort in die Tat umgesetzt.

Heute sind die Schaufenster nicht mit kommerziellen Plakaten, sondern mit sorgfältig ausgesuchten Bildern der Stadt verziert. „Das Projekt haben wir durch Spenden finanziert, und seit dem 12. März kann man nun ein farbiges Mosaik an der Fassade bewundern.“ Davon sind nicht nur die Möllner angetan. Bereits eine weitere Stadt ist von den Stadtkümmerern eingeladen worden, sich ihr Projekt anzusehen und gegebenenfalls umzusetzten.