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Mit Pflanzen und Wildbienen im Augustinum Heidelberg

1. Juni 2012,

Prof. Dr. Eberhard Schnepf begeistert Bewohner und Besucher im Augustinum Heidelberg mit Naturprojekten von der Pflanzenausstellung bis zum Wildbienen-Hotel.

Seit drei Jahren lebt Prof. Dr. Eberhard Schnepf mit seiner Frau im Augustinum in Heidelberg. Und seitdem erfreut er die Bewohner immer wieder aufs Neue mit seiner Dauerausstellung der Botanik. „Ich habe eine Vitrine, in der ich wechselweise eine Pflanze ausstelle. Dabei handelt es sich um Wildpflanzen, die beim Augustinum wachsen“, erzählt der begeisterte Botaniker und ergänzt: „Ich füge auch immer noch einen Text hinzu, in dem ich beschreibe, wo ich die Pflanze gefunden habe, um was es sich genau handelt, und manchmal habe ich auch noch ein paar schöne Gedichte über diese Pflanze.“

Das kommt bei den Bewohnern besonders gut an, wahrscheinlich auch deshalb, weil die Gedichte manche Erinnerung wachrufen. Und das ist auch die Absicht, wie Prof. Dr. Eberhard Schnepf sagt: „Ich versuche jeden ein wenig an seine Jugend zu erinnern, und das erfreut die Leute immer sehr.“

Regelmäßig tauscht der Botaniker die Pflanze in der Vitrine aus, „je nachdem, ob ich eine neue interessante Pflanze finde, manchmal wöchentlich, manchmal dauert es etwas länger“. Welche Pflanze interessant ist, kann der gelernte Botaniker, der an der Universität Heidelberg Professor für Zellbiologie war und sehr viel mit Pflanzen gearbeitet hat, sehr gut beurteilen.

„Eine Pflanze im Original, also so, wie sie in freier Natur wächst, sieht nicht immer besonders ästhetisch aus. Manche Pflanze wirkt auf den ersten Blick auch völlig unspektakulär. Aber es ist wie überall: Wenn man sie etwas genauer anschaut, wird es immer interessanter.“

Doch nicht nur die Pflanzen selber, auch die gesamte Natur und Geologie ist ein großes Interesse des ehemaligen Lehrstuhlinhabers. „Ich mache auch geographische und geologische Führungen auf der Dachterrasse des Wohnstiftes. Das sind oft kleine Gruppen von höchstens zehn Leuten, denen ich die Umgebung genauer erkläre und etwas über den geschichtlichen Hintergrund, die Entwicklung der Landschaft oder die geologische Entstehung der Gegend zeige.“ Im vergangenen Jahr konnten 120 Bewohner des Augustinum und 30 Schüler diese Führung miterleben. Und neue Anfragen stehen schon aus.

Die Natur in allen ihren Erscheinungsformen ist die Leidenschaft von Prof. Dr. Eberhard Schnepf. So ist es nicht verwunderlich, dass er mit seinem Enthusiasmus und seinem enormen Fachwissen die Bewohner des Augustinum und auch Außenstehende immer wieder mit überraschenden Projekten begeistern kann. Erst in diesem Jahr startete er ein neues Vorhaben. „Ich habe ein Wildbienen-Hotel aufgestellt, das im April eingeweiht wurde. Viele wollten Honigbienen haben, doch diese stechen und sind wesentlich pflegebedürftiger. Wildbienen stechen nicht.“ Auch dieses Projekt verspricht ein voller Erfolg zu werden.