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Pionierin im Freiwilligendienst

5. November 2014,

1964, 2014: Nach 50 Jahren absolviert Ulrike Wegner ihren zweiten Freiwilligendienst im Augustinum

Zurück zu den Anfängen - so könnte man den neuen Lebensabschnitt von Ulrike Wegner überschreiben. Genau 50 Jahre, bevor die 66-Jährige Anfang November 2014 ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Seniorenwohnstift München-Neufriedenheim angetreten hat, war Ulrike Wegner schon einmal im Augustinum tätig: ebenfalls als Phila, wie die Freiwilligen im Augustinum heißen - und zwar im ersten Jahr des von der Bundesregierung gesetzlich eingeführten Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) 1964.

Im Augustinum gab es damals bereits den Philadelphischen Ring, der die Idee des FSJ schon 1962 umgesetzt hatte. Abgeleitet von dem griechischen Begriff der Philadelphia, der geschwisterlichen Zuwendung zum Mitmenschen, gab dieser Dienst jungen Menschen die Gelegenheit, während eines Jahres "in tätiger Verantwortung zu sich selbst und zum Mitmenschen zu finden und Aspekte des Berufslebens vor Ausbildung oder Studium kennenzulernen", wie es die Initiatorin des Philadelphischen Rings, Gertrud Rückert, damals formulierte.

Ulrike Wegner hat diese Möglichkeit 1964 zur Überbrückung zwischen Schule und einem anschließenden Fachlehrer-Studium für Musik genutzt. Zusätzlicher Anreiz damals war die Möglichkeit, im Anschluss für weitere zwei Jahre während des Studiums im Augustinum zu wohnen. "Es war eine tolle Zeit. Wir haben enorm viel von den Senioren gelernt und sind durch die Arbeit schnell selbstständig geworden", sagt sie rückblickend; und schon damals dachte sie: "Wenn ich alt bin, gehe ich wieder ins Augustinum."

Dass sie nun noch einmal als Phila an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehrt, hängt mit einer Radiosendung im Deutschlandfunk zum 50-jährigen Jubiläum des FSJ zusammen, zu der sie als eine der ersten Freiwilligen mit Vertretern aus Politik und Kirche eingeladen war. "Ich hatte mich schon länger mit dem Gedanken befasst, mich nach meiner Berufstätigkeit sozial zu engagieren", sagt Ulrike Wegner, die seit einigen Jahren ehrenamtlich in der den Johannitern angeschlossenen Trauerbegleitung "Lacrima" für Kinder und Jugendliche mitwirkt. "Und bei dem Radiogespräch des Deutschlandfunks habe gefragt, ob man so etwas auch noch im fortgeschrittenen Alter machen kann." Bald darauf traf sie sich mit der Leiterin des Philadelphischen Rings im Augustinum, und schnell war klar, dass sie nach 50 Jahren wieder im Augustinum anfangen wird.